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Zeit und Augenblick | Fotolandschaften aus dem Gardagebiet von 1870 bis 2000
MAG Riva del Garda, Museo
Bis Sonntag 1. November 2015
Kuratorinnen cura di Layla Betti, Claudia Gelmi, Sara Vicenzi
Eröffnung: 14. März um 18 Uhr
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Alois Beer, Der Garda-See von Riva aus, 1903, fotografia / photography (particolare / detail)

Der Gardasee ist Ziel vieler Touristen und ein fester Bestandteil vieler Rundreisen. Seit jeher steht er im Mittelpunkt, beflügelt die Fantasie und ist seit den Anfängen der Fotografie ein äußerst beliebtes Motiv.

Il tempo e l‘istante (dt. Zeit und Augenblick) lädt ein zu einer Reise durch die Fotolandschaften des Gardagebiets in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten. Ein Exkurs in die Naturlandschaft, die Gesellschaft, den Tourismus und deren Wandlungen anhand von Aufnahmen, die aus dem umfassenden Bestand des Fotoarchivs des MAG ausgewählt wurden. Auf diese Weise trägt der Augenblick, der Lidschlag, der durch eine lang vorbereitete oder auch spontane Aufnahme eingefangen wird, dazu bei, eine über mehr als ein Jahrhundert reichende Zeitspanne zu dokumentieren und von den Menschen zu berichten, die unterschiedliche Phasen dieses Zeitraums erlebten.

Bei dem Rundgang durch die Räume wird der Besucher mit der Interpretation dieser Landschaft in ihrem langsamen, jedoch unweigerlichen Wandel konfrontiert. Der erste Ausstellungsbereich ist Riva del Garda gewidmet, den Ansichten der Stadt und den Aufnahmen, die sie aus Perspektiven darstellen, die wir heute noch einnehmen.
Darauf folgt eine Interpretation des Alto-Garda-Gebiets und seiner Stätten mit einigen signifikanten Fotos der Ponalestraße und diversen Bildeinstellungen des Sees als Fotosujet schlechthin.
Im großen zentralen Raum stehen die Ortschaften rund um den See im Mittelpunkt – Malcesine, Sirmione, Desenzano, Salò, Fasano, Gardone, Gargnano und Limone – sowie deren Veränderungen durch ihre Bewohner. Dieser Ausstellungsbereich berichtet nämlich von den Einwirkungen durch Menschenhand in Verknüpfung mit dem Gardasee, von der Symbiose zwischen Mensch und See.
Sowohl auf Schnappschüssen von Urlaubern als auch auf Fotos, die Touristen oder gar berühmte Fotografen sorgfältig vorbereiteten, tauchen neben der imposanten Landschaft, von der die Schriftsteller berichteten, auch Bilder auf, die vom Alltag der Menschen dort erzählen: Waschfrauen bei der Arbeit, ihre seit Jahrhunderten bewährten Handgriffe für immer auf einem Foto verewigt, Fischer auf dem See, Reisende, die darauf warten, an Bord eines Schiffes zu gehen. Aus jüngerer Zeit stammen Aufnahmen von Wassersportlern und Kindern auf Sommerfreizeiten. Bilder, die von einer nicht ganz so weit zurückliegenden Vergangenheit berichten.
Zu den Protagonisten des dokumentierten Zeitraums gehören die Touristen, die die schönsten oder aussagekräftigsten Ansichten verewigten oder sich in Posen fotografieren ließen, die sich genauso wie der Zeitgeist der einzelnen Epochen verändern.
Einige der für diese Fotoreise ausgewählten Bilder stammen von zu ihrer Zeit berühmten Fotografen wie Napoleone Segatini, Giorgio Sommer, Alois Beer, Augusto Baroni, G.B. Unterveger und Pietro Floriani. Besondere Aufmerksamkeit wird auch den damaligen Verlagen gewidmet wie Photoglob und Wehrli A. Kilchberg G. aus Zürich, Würthle & Spinnhirn aus Salzburg und Stengel & Co. aus Dresden.
Im letzten Teil des Rundgangs wird die Zeit von den 1920er- bis zu den 1960er-Jahren dokumentiert. Wieder ändert sich die Art und Weise des Fotografierens parallel zur Lebensweise und den Stadtansichten.
Auf dieser Reise von Augenblick zu Augenblick begegnet der Besucher auch Bildern, die als Stolperstein auf dem eingeschlagenen Weg fungieren. Dabei handelt es sich um Fotos aus den SguardiGardesani-Sammlungen, die jeweils dieselben Orte aus dem zeitgenössischen Blickwinkel unterschiedlicher Fotografen wie Gabriele Basilico, Jordi Bernadó, Luca Campigotto, John Davies, Martin Parr, Bernard Plossu und Massimo Vitali zeigen.