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Natura Luce | Visionen von Attilio Forgioli über die Landschaft des Alto-Garda-Gebiets
MAG Riva del Garda, Museo
Bis Sonntag 28. August 2016
Kurator Claudio Cerritelli
Eröffnung: 9. April um 18 Uhr
+5

Attilio Forgioli, Il lago di Tenno, 27 luglio 2015, pastelli a olio su carta, cm 45x70

Mit der Ausstellung Natura Luce (dt. Natur Licht) von Attilio Forgioli setzt das MAG die Reihe der künstlerischen Forschung über die Landschaft des Gardagebiets anhand der Interpretation durch zeitgenössische Autoren fort. Den Auftakt bildeten 2014 Tullio Pericolis Blicke, gefolgt von Mario Racitis Visionen 2015.
Die Ausstellung Attilio Forgiolis ist das dritte Kapitel dieser „Erzählung“, in deren Mittelpunkt die Natur des Gardagebiets steht. Sie bietet einen neuen Blick auf die landschaftlichen Elemente dieser Orte und hebt die erfahrungsbasierten Untersuchungen des Künstlers hervor, der sich in seinen Werken vor allem mit diesem Gebiet auseinandersetzte und es persönlich bereiste und dokumentierte.

Nach einigen Ortsbesichtigungen schickte sich Attilio Forgioli 2015 an, verschiedene Aspekte der Landschaft des Alto-Garda-Gebiets zu interpretieren und fertigte einen Zyklus von Pastellgemälden auf Papier. Ausgestellt sind davon zirka siebzig Werke, die sensibel ein anderes Wesen herausstellen, das jedoch nicht weit von dem entfernt ist, das der Künstler bei seinen kontinuierlichen Aufenthalten im Gardagebiet und insbesondere in Salò, wo er geboren und sein Blick auf die Natur geformt wurde, erforschte.

„Aus der Sicht Attilio Forgiolis basiert die Transfiguration der Landschaft auf einer anhaltenden Spannung, die sich neben anderen ikonografischen Darstellungen entwickelt wie Stillleben, Alltagsgegenständen, Bauwerken, realen und imaginären Porträts. Lebensweisen und Orte reihen sich als Augenblicke eines Werdegangs aneinander, der den veränderlichen Farbharmonien folgt.
Von den frühen 1960er-Jahren bis heute folgt die Beschreibung der Natur einem inneren Impuls, der dem Künstler den Ansporn zum Malen gibt sowie zum ästhetischen und moralischen Engagement, mit den ursprünglichen Wurzeln der Landschaft in einen Dialog zu treten und ihrem individuell beeinflussten und beeinträchtigten Bild erneut den Zauber des Lichts und seiner sanften Schwingungen zu verleihen […]
In der Auffassung Forgiolis ist die Landschaft eine unbestimmbare Präsenz, die das Gleichgewicht zwischen mentaler Kontrolle und purer Emotion sucht und dabei weiß, dass dieser Weg unbestimmt ist und niemals wissenschaftlich gemessen und definiert werden kann, sondern nur in den veränderlichen Wellen des Lichts eingefangen wird. […]
Für einige Monate versunken im Gedanken an die Orte im Alto-Garda-Gebiet, die er im Rahmen des langen Studienprozesses, sie auf Gemälden festzuhalten, beobachtete und verinnerlichte, wandelte der Künstler die natürlichen Gegebenheiten in Bilder mit einer neuen Visibilität um. Das Ergebnis ist eine flüssige und leichte Erzählung, die mit der Qualität des Wissens um die Malerei geführt wird, an die Forgioli uns gewöhnt hat. Der erzählerische Faden der Titel verweist auf den Genuss, von Ort zu Ort zu spazieren und zu beobachten, wie sich Schwellen und Stimmungen, die im Wesen der Farbe zwischen den landschaftlichen Erhebungen und Konturen liegen, manifestieren. Angesichts der Formen des sichtbar Natürlichen beliebt es dem Künstler, Fantasien zu spinnen, die Natur in seinen Farben einzukleiden, sich innerhalb der Grenzen von Orten aufzuhalten oder diese zu überschreiten und dabei Stimmungen zu erzeugen, die den Betrachter überraschen, der zunehmend von dem veränderten Blick und den andauernden Transformationen des Lichts angezogen wird.“
Claudio Cerritelli, 2016