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Die Perle am Gardasee | Lake Garda Pictures in the Twenties
MAG Riva del Garda, Museo
Bis Sonntag 6. November 2016
Kuratorin A Layla Betti
Eröffnung: 12. März 2016 um 18 Uhr
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Lago di Garda - Sirmione - Arrivo del Piroscafo, 1925 ca, fotocartolina (particolare), edizioni. A. Pandini, Brescia, collezione U. Torboli

Diese Ausstellung besteht aus zwei Teilen – dem von einem deutschen Touristen gedrehten Film Riva – Die Perle am Gardasee und einem Bereich, in dem Ansichtskarten gezeigt werden, – und trägt dazu bei, die Atmosphäre zu rekonstruieren, die in den 1920er-Jahren im Gardagebiet herrschte.

Die Ansichtskarten wurden von der Firma A. Pandini di G. De Lucia aus Brescia hergestellt. Dieses von 1920 bis 1935 wirkende Unternehmen produzierte und vertrieb zahlreiche Ansichtskarten des Gardagebiets und der Umgebung von Brescia. Berühmte Fotografen, u. a. Silvio Pozzini aus Riva del Garda, der mit zwei Werken vertreten ist (Nr. 634 – Lago di Garda – Rocca di Manerba und Nr. 167 – Lago di Garda – Riva – Panorama), überließen der Firma Pandini ihre Arbeiten, um Ansichtskarten zu produzieren. Einige dieser Bilder verströmen die typische Atmosphäre der Landschaftsrecherche der Vedutenmaler des 19. Jh.s, d. h. der Gemälde, von denen die ersten Landschaftsfotografien inspiriert waren. Andere Bilder dagegen brechen offensichtlich mit dieser Tradition und zeigen modernere und zuweilen ungewöhnliche Motive: die Tische eines Restaurants, ein Dampfschiff vor Anker, aus dem Fahrgäste aussteigen, die Landzunge von Sirmione, die sich in Richtung See schlängelt und auf der keine Gebäude stehen. Die Bilder reichen über einen Zeitraum, der die 1920er-Jahre einrahmt: von der Zeit vor den Gebäuden Giancarlo Maronis in einem Riva del Garda, das wiederaufzubauen war, bis zu den großen Straßeninfrastrukturen der frühen 1930er-Jahre. Diese Aufnahmen vermitteln eine auch urbane Landschaft, die durch den Wunsch nach Erneuerung, den zaghaften Wiederaufschwung von Wirtschaft und Fremdenverkehr und einen in rapider Veränderung befindlichen infrastrukturellen Kontext geprägt ist. Begleitet werden die Bilder von einigen Zitaten aus Fremdenführern der damaligen Zeit.