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Claudio Olivieri. Il colore disvelato
MAG Riva del Garda, Museo
Bis Sonntag 3. November 2013
Kuratorin: Daniela Ferrari
In Zusammenarbeit mit dem Mart Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto
+4

Claudio Olivieri, Verso Alcyna, 2002

 Die Ausstellung Il colore disvelato präsentiert eine Auswahl von zirka zwanzig Gemälden Claudio Olivieris, eines in Rom geborenen, jedoch in Mailand lebenden Künstlers, der zu den wichtigsten Vertretern der analytischen Malerei in Italien gehört. Anfänglich experimentierte Olivieri mit informeller, gestischer und symbolischer Malerei, bevor er sein Können in den 1970er-Jahren zur völligen Reife brachte. Seit damals betreibt er intensive Forschungen, die sich auf das expressive Potenzial der Farbe und des Lichts im Gemälde konzentrieren. Die Flächen, die mit nicht greifbarem Pigment gesättigt sind, das Schichtung und Lasur beständig machen, erscheinen wie Schmelztiegel unzähliger pulsierender Farben.
Olivieros Gemälde fordern eine bestimmte Betrachtungsweise: Mit geschärftem und bewusstem Blick kann der Beobachter sich in das Werk hineinversetzen und das chromatische und leuchtende Pulsieren wahrnehmen. Die Farbe nimmt Gestalt an, kommt langsam zum Vorschein, und sobald man wie hypnotisiert den Blick auf die Leinwand heftet, sinkt die Farbe wieder in ihre Tiefe zurück. Eine echte Vision führt den Betrachter langsam zu einer intensiven Sinneserfahrung: „Die Malerei“, so Olivieri, „ist nichts anderes als etwas Reines, lediglich Sichtbares; sie ist das, was eine nicht definierte, sondern unendliche Distanz vermittelt, die aus dem Raum eine Projektionsfläche macht, indem jeder andere imaginäre Aspekt ausgeschaltet wird. Vor der Malerei kommt das Ungedachte, der völlig opake Ort des Unbestimmten.“
Der Ausstellungsrundgang beginnt mit Gemälden aus den 1970er-Jahren, folgt dem langsamen Entwicklungsweg des Künstlers über verschiedene Stationen, die sich sowohl thematisch als auch chromatisch in dessen kreativem Wirken niederschlugen und darauf abzielen, auf der Leinwand das Wesen der Malerei zu verdichten, um mit den jüngsten Werken des Künstlers zu enden.
Die ausgestellten Werke, die teils aus den Sammlungen des Mart in Rovereto, teils aus Privatsammlungen stammen, sind ab Juni in den drei Räumen für Wanderausstellungen der Pinakothek zu sehen, die den Abschluss des Rundgangs durch die Dauerausstellung des Museums in Riva del Garda bilden. Dieses Zusammentreffen mit der zeitgenössischen Kunst bildet im Museum in Riva del Garda den Auftakt für ein mehrjähriges Ausstellungsprojekt, das der Malerei und Bildhauerei der jüngsten Zeit gewidmet ist, mit dem Ziel, die Arbeiten zeitgenössischer Künstler zu präsentieren, die bereits die Kunstgeschichte prägen. Mit der Ausstellung Il colore disvelato wird zudem die Kooperationsvereinbarung bezüglich spezieller Projekte fortgesetzt, die das MAG Museo Alto Garda und das MART Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto 2013 miteinander trafen.

Claudio Olivieri
Claudio Olivieri wurde 1934 in Rom geboren. Er wuchs in Mantua auf, der Geburtsstadt seiner Mutter, und zog 1953 nach Mailand, wo er die Accademia di Brera (Akademie der Schönen Künste) besuchte und seinen Abschluss in Malerei machte. Ende der 1950er-Jahre begann er, seine Werke auszustellen. 1960 fand seine erste persönliche Ausstellung im Salone Annunciata in Mailand statt.
Seit damals führte Olivieri seine Ausstellungstätigkeit intensiv und konstant weiter: Seine Werke wurden in zahlreichen Einzelausstellungen in Galerien, Museen und öffentlichen Bereichen in Italien und weltweit präsentiert, und der Künstler nahm an wichtigen kollektiven Ausstellungen teil.
1966 wurde er aufgefordert, sich mit einigen Werken an der Biennale in Venedig zu beteiligen, an der er auch 1980 und 1990 mit einem eigenen Raum sowie 1986 im Bereich Farbe teilnahm. Zu seiner Gemäldeproduktion gesellt sich eine umfangreiche Zahl an Publikationen. Von 1993 bis 2011 hatte er den Lehrstuhl für bildende Kunst und Malerei an der Nuova Accademia di Belle Arti in Mailand inne, wo er heute lebt und arbeitet.