Home
 

Giovanni Segantini

Die städtische Galerie G. Segantini, der Sitz des MAG Museo Alto Garda in Arco, ist im Palazzo dei Panni untergebracht, der Ende des 17. Jh.s von Giovambattista d‘Arco errichtet worden war.

Die nach Giovanni Segantini (* 1858 in Arco, † 1899 in Schafberg), Maler des Divisionismus, einer italienischen Ausprägung des Pointillismus, benannte Galerie zeigt eine ständige Ausstellung, mit dem Projekt Segantini und Arco, in Zusammenarbeit mit dem Mart Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto.

 

 

Galleria Civica G. Segantini_esterno II   Segantini und Arco
Die Städtische Galerie G. Segantini eröffnet einen neuen Ausstellungsrundgang im aus dem 17. Jh. stammenden Palazzo Panni, der renoviert wurde und dessen ursprüngliche Architektur heute wieder in ganzer Pracht erstrahlt. Ziel ist es, sich als Forschungszentrum in einem virtuellen Netzwerk zu positionieren, das aus den wichtigsten Einrichtungen, die Werke Segantinis aufbewahren, sowie Experten, die sich mit diesem Künstler beschäftigen, besteht. 
Segantini e Arco_map III   Den Auftakt für die neue Ausstellung bildet die Segantini.map, eine interaktive Station, mittels derer weltweit alle öffentlichen Sammlungen abgerufen werden können, die Segantini-Werke besitzen. Die Besucher können auf deren Websites navigieren und sich die jeweils dort verwahrten Meisterwerke des Künstlers im Vollbildmodus anzeigen lassen. Segantini.doc setzt sich aus einzelnen Stationen mit Multitouch-Technologie zusammen, die Instrumente und Materialien bieten, um das künstlerische Wirken Segantinis zu rekonstruieren und in den zeitgenössischen kulturellen Kontext des Künstlers einzureihen. Rund um diese Stationen sind Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen auf Papier zu sehen, die sich auf Segantini und Künstler aus dem Trentino beziehen, die zu dessen Zeit lebten und wirkten. Dabei handelt es sich um Werke aus den Sammlungen des Mart, des MAG und der Autonomen Provinz Trient, die zusammengeführt wurden, um die Bedeutung dieses großartigen, in Arco geborenen Künstler aufzuzeigen. Im Vordergrund stehen dabei die Bestrebungen, ein Projekt umzusetzen, das das gesamte Forschungspotenzial, das in den Quellen und Dokumenten aus unterschiedlichen Archiven steckt, anhand eines Schlüsselworts zu verdeutlichen: Segantini.
Segantini e Arco_interno VI

Segantini e Arco_interno VII
  Segantini und seine Zeitgenossen
Neben den auf Touchtables dargestellten Urkunden und Bildern zeigt die Ausstellung die dem Mart, der Gemeinde Arco und der Autonomen Provinz Trient gehörenden Werke sowie Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen auf Papier von anderen Künstlern aus dem Trentino und anderen Orten, allesamt Zeitgenossen Segantinis wie Andrea Malfatti, Eugenio Prati und Vittore Grubicy. Letzterer war Segantinis und Pratis Mentor. Wie Segantini wurden auch Prati und Malfatti aufgefordert, die darstellende Kunst des Trentino bei großen nationalen Ausstellungen in Mailand, Turin, Florenz und Rom (1883) und ab 1887 auch in Venedig zu präsentieren. Die Werke dieser Autoren bieten zusammen mit denen von Alessandro Milesi und Antonio Rotta aus dem Veneto einen Einblick in die zeitgenössische Malerei Segantinis. Il ritratto di Andrea Malfatti (dt. Porträt Andrea Malfattis) (1874) von Eugenio Prati und das Selbstporträt des 20-jährigen Segantinis (1879) weisen dieselben romantischen und bohemienhaften Züge auf und teilen eine dem akademischen Verismus getreue expressive Frische, die aufgrund jenes zukunftsorientierten Blicks gleichzeitig aber einen stolzen, romantischen Charakter zum Ausdruck bringt. Segantini, Prati, Grubicy und Bezzi weisen der Landschaft in einer Lyrik, dazu bestimmt, sich in eine symbolische Richtung zu entwickeln, eine expressive Vermittlerrolle zu, wie in La Poesia della Montagna (dt. die Poesie der Berge), das Prati 1903 anfertigte, fast eine Hommage an den großen, vor Kurzem verstorbenen Meister (Segantini starb 1899). Diesen Künstlern war, wenn auch auf untersc
hiedliche Art und Weise, die Umwandlung der figurativen Ausdrucksform des 19. Jh.s von realistischen zu symbolischen Darstellungen gemeinsam, um – die Worte Segantinis aufgreifend – jener „Kunst der Zukunft“ gerecht zu werden, in der „das Wahre in der Seele ist und zu einem Teil der Vorstellung wird“. Nicht durch Zufall wurden die Gedenkstatuen Segantinis in Arco wie auch in St. Moritz bei Leonardo Bistolfi in Auftrag gegeben, dem größten Bildhauer des italienischen Symbolismus, der in dieser Ausstellung mit einer sinnbildlichen Plakette aus Bronze (1906-1907) sowie einem Gipsentwurf für L’alpe (1908), das große Segantini-Denkmal in St. Moritz, vertreten ist.
Segantini e Arco_map II   Segantini e Arco_map I
Segantini e Arco_interno I   Segantini e Arco_interno IV
Segantini e Arco_interno III   Segantini e Arco_interno II